Gründungsjahr: 1921
(Stand 2009)
Dieser Bericht ist leider nicht vollständig, besonders aus den Anfängen des Vereins und aus der Nachkriegszeit fehlen noch viele Ereignisse. Es ist aber das Bestreben der Vereinsleitung, diese Lücken im Laufe der Zeit zu schließen. Und die letzten Jahre fehlen auch noch … !
Rückblick ab 1921
Die Gründung des Vereins geht auf die Idee einiger Höchster Radfahrer zurück, die am ersten Wochenende im Mai des Jahres 1921 gemeinsam ins “Rheinholz” zum Bodensee fuhren und dort die Vereinsgründung beschlossen. Vor und auch einige Jahre nach dem Krieg wurde dem Radkorso großes Augenmerk geschenkt. Vor allem aus der Zeit vor dem Krieg sind leider kaum Vereinsunterlagen vorhanden. “Vater” und bedeutendster Obmann und Ehrenvorstand des Vereins war Erwin Pfeiffer, der über 25 Jahre die Geschicke des Vereins leitete. Nach dem Krieg wurde im alten “Gasthaus Schwanen” Radball gespielt, bis Erwin Pfeiffer den Bau der eigenen Radlerhalle realisierte.

Rückblick 1974-1986:
Im Jahr 1974 hat alles (wieder-)angefangen. Einige Kunstrad – und Radballbegeisterte haben sich damals entschlossen, wieder aktiv zu werden. Bei den Radballern war es Franz Schneider, der alles federführend in Bewegung brachte und bei den Kunstradfahrern war’s der viel zu früh verstorbene Kurt Blum. Als man zur Einsicht kam, daß man “Hilfe” im Training brauchte, holte man Edi Brühwiler aus Rheineck für die Kunstradfahrer und den Radballer Franz Bösch aus Lustenau. Später stieß noch Jörg Osterwalder aus St. Gallen für die Ballkünstler am Rad dazu.
Kunstradfahren in Höchst
Die ersten Erfolge erreichte Kurt Blum’s Tochter Anita mit Landesmeistertiteln und österreichischen Meistertiteln in der Jugendklasse. Ihre größten Erfolge waren die Siege bei den ÖM 1981 + 1982 und die Teilnahmen an den Weltmeisterschaften mit einem 4. WM Rang. Nach dem plötzlichen Tod von Vater Kurt Blum gab Anita den Sport auf. Zurück blieb der Zweier Carmen Troy/Claudia Pfeiffer sowie Sonja Humpeler und Harald Gorisek. Weitere Höhepunkte bei den Höchster Kunstradfahrern: Carmen Troy und Claudia Pfeiffer werden Jugendmeister 1986 und bei der Junioren EM 1986 ausgezeichnete Vierte. Von 1982 bis 1986 wurde fleißig gearbeitet, insgesamt 92 Siege bei nationalen und internationalen Wettkämpfen war die Erfolgsbilanz.
Anfang der 90er Jahre wurde wieder mit einer jungen Mannschaft gestartet. Unter der Leitung von Erika Humpeler und mit Hilfe aller Eltern und unserem Freund Edi Brühwiler aus Rheineck ist derzeit eine sehr aktive Kunstradtruppe mit 6 Mädchen und 2 Buben erfolgreich im Einsatz. Die “Älteste” unter den jungen Kunstradfahrerinnen, Katharina Schneider hat mit ihrer Leistung einige hoffnungsvolle Sportler “mitgezogen”. So sind 1997 die Mädchen Conny Osreinig, Stefanie und Linda Hollenstein, Julia Siekierzynski und Maria Schneider sowie die Buben Simon Lubetz, Oliver Hutter und David Pfeiffer sehr “erfolgreich unterwegs gewesen”. Leider erlitt Katharina innerhalb kurzer Zeit zwei schwere Verletzungen, die sie immer wieder weit zurückwarf. Wir haben aber die Hoffnung auf vollkommene Genesung.
Hier die wichtigsten Kunstrad Ergebnisse von 1997:
Katharina Schneider: 2. Rg. Ö-Meisterschaft und Vorarlberger Landesmeisterin, Schüler A
Conny Osreinig: 3. Rg. Ö-Meisterschaft und Vorarlberger Landesmeisterin, Schüler B
Stefanie Hollenstein: 3. Rg. Vorarlberger Landsmeisterschaft, Schüler B
Linda Hollenstein: 2. Rg. Micheluzzi Cup 1997, Schüler C
Maria Schneider: 2. Rg. Vorarlberger Landesmeisterschaft, Schüler C
Simon Lubetz: 3. Ö-Meisterschaft und 4. Rang Landesmeisterschaft Schüler
Besonders erfreulich: alle unsere KunstradfahrerInnen haben sich Ende 1997 für den Landeskader qualifiziert. Das war noch nie da!
Radball – unser Vereinsaushängeschild
Die Radballer sind in Höchst seit vielen Jahren die Aushängeschilder. Unzählige Meistertitel in allen Klassen sind das sichtbare Zeichen der guten Trainerarbeit, die Franz Schneider und Franz Bösch in den 70er Jahren begonnen hat, die Mag. Rudolf Pfeiffer lange mitgetragen hat und die heute in den bewährten Händen vom sportlichen Leiter und Radballtrainer Othmar Schneider und Christoph Grabher-Meyer liegen. Spitzenmannschaften mit Weltgeltung konnte Höchst mehrere stellen. Einmal war es Manfred Schneider/Andreas Bösch, die 1984 als erstes österreichisches Team einen Junioren-Europameistertitel errangen, den sie auch ein Jahr später erfolgreich verteidigten. 1986 gelang den beiden als erste Mannschaft Vorarlbergs seit 1955 (!), Titel in der Klasse A wieder ins Ländle zu holen. Während Schneider/Bösch sich in der obersten Spielklasse etablierte, kamen ganz junge Burschen nach: Marco Schallert und Reinhard Schneider wurden dreimal Junioren Europameister und als absoluter Höhepunkt Zweite im Europacup Finale 1993, das der Höchster Verein mustergültig durchführte, sowie Vizeweltmeister 1993 in Hongkong.
Nach dem krankheitsbedingten Ende der Karriere von Reinhard Schneider stellte Cheftrainer Othmar Schneider die Teams neu zusammen. Manfred Schneider sprang für den verletzten Bruder Reinhard ein und wurde mit Marco Schallert 1994 nochmals österr. Radball-Meister. Während die Nachwuchsspieler Dietmar Schneider und Gerhard Küng die HSNS absolvierten, spielte Marco eine Saison mit Stefan Thaler. Othmar experimentierte weiter. 1996 sollte Marco mit Gerhard Küng und Dietmar mit Manfred Schneider ins Rennen gehen. Die halbe Saison klappte es auch vorzüglich und man sah, dass Dietmar das Zeug zum Feldspieler hatte. Durch private Umstände stellte Manfred Schneider im Sommer das Training ein und trat zurück. Für ihn sprang, ohne die Mühen zu scheuen, Manfred Frick in die Presche. Dietmar wurde wieder Tormann und die beiden sicherten dem Verein den zweiten Klasse A Platz in der österreichischen Meisterschaft. Marco und Gerhard errangen 1996 die Bronzemedaille bei der ÖM.
1997 gab es nochmals eine Veränderung, verschiedene Teams wurden neuerlich anders zusammengesetzt. Nachdem mit Reinhard Schneider noch immer nicht zu rechnen war, kam es auf Wunsch der Spieler zu folgenden Paarungen:
Höchst 1 mit Marco Schallert, Tormann, Dietmar Schneider, Feldspieler. Höchst 2 wurde Andreas Lubetz (Umschulung auf Tormann) mit Gerhard Küng als erfahrener Feldspieler. Das Duo Christoph Grabher-Meyer, Tormann und Manfred Frick, Feldspieler spielte in der Klasse B und wurde erfreulicherweise österreichischer Meister.
Die aktuellen Radballerfolge von 1997 sind großartig, neben einem Landesmeistertitel gab es noch drei österreichische Meistertitel:
Schüler: 1. Rg. Nazim Arslan / Riza Tüzün
Jugend: 1. Rg. Matthias Küng / Martin Maccani
Klasse B: 1. Rg. Christoph Grabher-Meyer / Manfred Frick
Elite: 2. Rg. Marco Schallert / Dietmar Schneider
5. Rg. Andreas Lubetz / Gerhard Küng
Auch international gab es sehr gut Leistungen, besonders im Europacup und bei großen Turnieren. Und Dietmar Schneider und Marco Schallert waren als Ersatzmannschaft auch bei der WM 1997 in Winterthur dabei.
Europacup Elite: 4. Rg. Marco Schallert / Dietmar Schneider
Europa Cup U23: 4. Rg. Andreas Lubetz / Gerhard Küng
Als Besonderheit soll an dieser Stelle noch erwähnt werden, daß Nazim Arslan und Riza Tüzün als türkisches Nationalteam bei der Junioren Europameisterschaft in Gisingen dabei waren und dort den ausgezeichneten 6. Gesamtrang belegten. Leider haben die beiden sehr bald danach den Sport wieder aufgegeben, weil sie vor allem von Zu Hause keinerlei Unterstützung hatten. Martin Maccani und Matthias Küng waren an dieser EM die Ersatzmannschaft für Österreich.
Wie die Radballer des RC Höchst sich bei der 21. Int. Radballturnierwoche den Teams aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Tschechien stellen, finden Sie auf den folgenden Seiten.
Im Jubiläumsjahr hat der ÖAMTC Radfahrer Club Mazda Hagspiel Höchst über 30 aktive Sportler in beiden Hallenradsport-Disziplinen. Die Nachwuchsarbeit wird sehr sorgsam durchgeführt und bei den Spitzenmannschaften sind Trainingsfleiß und Siegeswille an vorderster Stelle zu finden.
Die Zeit nach 1997
Der Verein wuchs besonders in sportlicher Hinsicht weiter. Besonders die Radballer waren erfolgreich. Die Internationalen Turniersiege, aber vor allem die Teilnahme an Welt- und Europacup sowie als Österreichsicher Meister die Qualifikation für die Weltmeisterschaften standen ganz oben in der „Leistungstabelle“. Man darf micht Fug und Recht sagen, dass bis auf wenige Ausnahmen nur Höchster Mannschaften international eine „gute Figur“ machten. Die sportliche Leitung wechselte von Othmar Schneider zu seinem Cousin Manfred Schneider und später zu Reini Schneider, der bis heute (Stand November 2009) diese Funktion inne hat. Mit dem Rücktritt Marco Schallert (2003) vom aktiven Sport mussten die Karten neu gemischt werden. Dietmar Schneider bekam mit Simon König (aus Lustenau) einen neuen Partner. Erfolge in allen großen europäischen Bewerben waren die Folge. Lediglich bei den Weltmeisterschaften hat es bis heute nicht zur Goldenen gereicht. Es fehlte meistens das Quäntchen Glück zum Titel. Weltcup- Gesamtsiege, Europacup-Siege und internationale Turnierplatzierungen waren aber die herausragenden Ergebnisse.
Heute (Stand 2009) trainiert ein sehr engagiertes Team von Trainern etwa 12 – 15 Mannschaften in allen Altersklassen. Neben den österreichischen und Vorarlberger Meisterschaften stehen vor allem internationale Turniererfolge auf der „Leistungstabelle“. Höhepunkt im Jahre 2009 waren der Gewinn des Europacups und der WM-Bronzenen von Simon König / Dietmar Schneider, der Junioren-Europameisterschaft durch Patrick Schnetzer /Lukas Schneider und der 2. Rang von Simon Lubetz/Florian Fischer beim U23 Europacup – ein sportlich einmaliges Jahr!
Im Kunstrad wurde nach dem Karriereende von Katharina Schneider und Maria Schneider mit Lotte Schobel (einst selbst eine sehr gute Kunstradfahrerin) eine „kleine, aber feine Truppe aufgestellt. Lotte Schobel trainiert sehr erfolgreich einige Kunstrad- Nachwuchssportler.
Etwa 2004 hat sich noch eine neue Gruppe im Hallenradsport in Höchst dazugesellt – die Einradler. Christoph Grabher Meyer und Arno Vogel haben rasch großen Zuspruch gefunden und 40 bis 50 aktive SportlerInnen waren keine Seltenheit. Mit Einrad-Vierer und –Sechser-Teams kamen die Höchsterinnen auch zu österreichischen Meisterschaftsehren.
Der Umbau der Rheinauhalle im Jahre 2008 hat unserem sportlich sehr aktiven Verein neue Impulse und neue Möglichkeiten eröffnet. Für 2010 steht noch die Sanierung der Nebenräume der alten Radlerhalle an.